WWEDU/WWU erneut nicht akkreditiert

8. September 2008

Im Oktober 2007 war schon einmal ein Akkreditierungsantrag abgelehnt worden (wie berichtet). Nun hat der österreichische Akkreditierungsrat (ÖAR) in seiner Sitzung vom 05. September 2008 erneut einen Antrag auf Akkreditierung abgewiesen.

Dazu Martin Stieger/WWEDU:

World Wide Education (WWEDU) Wels bietet sieben Lehrgänge universitären Charakters, vornehmlich in der Variante Fernstudium, an.

In diese sieben Programme sind derzeit knapp 1.700 Studierende aus 32 Ländern eingeschrieben.

Um das Studienangebot zu erweitern, hat eine Tochterfirma von WWEDU, die World Wide Education AG um die Akkreditierung der (WWU) World Wide University als Privatuniversität angesucht.

Der österreichische Akkreditierungsrat (ÖAR) hat in seiner Sitzung vom 05. September 2008 diesen Antrag abgewiesen.

Die Gründe für diese Abweisung werden vom ÖAR noch schriftlich nachgereicht.

WWEDU bedauert diese Abweisung sehr und wird nach genauerer Kenntnis der Versagungsgründe alle möglichen Optionen (z.B. erneuter Antrag, allfällige Rechtsmittel, … .) prüfen.

Der laufende Studienbetrieb und die in eigenen Verordnungen akkreditierten bestehenden Lehrgänge von World Wide Education sind von der Abweisung der Akkreditierung des Tochterunternehmens WWE nicht betroffen.

Die Homepage von WWEDU ist unter der Adresse www.wwedu.com zu erreichen. Die fehlende Akkreditierung der WWEDU und die Probleme der Gradführung in Deutschland wurden im WWEDU-Forum von Fernstudium-Infos.de schon sehr ausführlich diskutiert, dieses kann unter www.fernstudium-infos.de/wwedu/ aufgerufen werden.

{ 1 trackback }

WWEDU gibt Gründe für die abgelehnte Akkreditierung bekannt
7. Oktober 2008 um 14:59

{ 25 comments }

Daniel 8. September 2008 um 09:54

Gibt es irgendwo eine Übersicht über die Gründe, im Link des alten Artikels war ja nur die Entscheidung zu lesen und nicht die Begründung?

Markus Jung 8. September 2008 um 12:31

Alles was mir zu wwedu bekannt ist im Forum:
www.fernstudium-infos.de/wwedu/

Da gibt es auch einige Themen, die sich mit den Hintergründen beschäftigen. Zur aktuellen Ablehnung werden die Gründe laut obigem Artikel ja noch nachgereicht durch den ÖAR.

Ralph 8. September 2008 um 22:31

Das wird die Macher der wwedu wenig kümmern, die haben schon einige Kooperationen, letztlich geht es hier um den Status. Warum die wwedu wieder nicht anerkannt wurde erscheint mir zweifelhaft. Die Nichtanerkennung sehe ich auch als fragwürdig an, LUCs wären auch für andere Staaten eine interessante Einrichtung und könnten etwa in Deutschland ein unmittelbares Studium an den MPIs ermöglichen. Zudem sind in vielen Staaten diverse Hochschulen stark verschult, die akademische Freiheit sucht man da eh vergebens.

Markus Jung 8. September 2008 um 23:05

Also ob es wwedu wenig kümmert, dass die Akkreditierung erneut versagt wurde wage ich anzuzweifeln. Gerade für den deutschen Markt (Deutschland) wäre dies ein wichtiger Schritt gewesen.

Ralph 9. September 2008 um 00:17

@Markus: das ist wohl wahr, aber es gefährdet das Projekt nicht, weil man schon vorgesorgt haben wird. Nett wäre natürlich auch die unechte Umsatzsteuerbefreiung gewesen, die der WWEDU als privatuniversität zugestanden wäre. Und dann ist der Status einer Universität natürlich viel attraktiver als eine Kooperation mit einer Bolognauniversität.

Hans Georg 9. September 2008 um 07:59

Es scheint als wolle man in Österreich keine Fernlehre! Zu groß ist die Angst der öffenlichen Universitäten und Fachhochschulen, zu groß die Macht mancher Politiker alles zu verhindern versuchen was sie nicht kontrollieren können! Eine Schande für Österreich – eine Schande für die Bildungslandschaft!

Marius 9. September 2008 um 08:29

Ohne Anerkennung als Privatuni wird’s für WWEDU langsam eng werden. “Lehrgänge universitären Charakters” dürfen nämlich nur mehr bis 2010 angeboten werden – wenn man bis dann keine eigene Anerkennung schafft oder zumindest eine Kooperation mit einer “echten” Universität (siehe zB WIFI und TU Wien), ist es vorbei mit der Verleihung von akademischen Graden.

Martin Stieger 9. September 2008 um 11:47

Es stellt für die wwedu ein beträchtliches Problem dar, nicht akkrediert zu sein und kümmert uns das schon sehr.

Die meisten der Gründe wurden von den Vordiskutanten bereits genannt:

- Frage der Umsatzsteuer (diese haben wir beim Finanzamt aber beantragt, da auch LuC’s unecht steuerbefreit sind, es gibt in der Fernlehre allerdings das Problem der Fernlehrmedien – deren Einkauf und Produktion wird nicht als Lehre gesehen, daher scheint das auch von der USt-Befreiung nicht ausdrücklich umfasst);

- Auslaufen der LuC’s mit 31.12.2010. Das gilt für alle österreichischen Anbieter und wird daher im zuständigen Ministerium (BMWF) an eine Art Verlängerung gedacht. Überlegt wird bestehenden Lehrgängen eine Neueinreichung über eine Art Qualitätsagentur zu ermöglichen;

- das löst allerdings das dritte Problem auch nicht (auch künftig nicht): die Titelführung in den deutschen Bundesländern (derzeit hat nur Bayern den MBA nach einem österr. LuC als führbar angesehen). Hier wird diplomatisch von Österreich der Versuch der Anerkennung unternommen (bislang aber ohne Erfolg), die österr. LuC-Anbieter nehmen daher die Hilfe der Europäischen Union in Anspruch, allenfalls auch den EuGH (ein Gutachten zur Titelführung aus europarechtlicher Sicht kann bei uns angefordert werden: ms@wwedu.com);

- Ausweitung des Studienangebots auch durch ordentliche Studien in der Bolognagliederung (also Bachelor, Master, Doktorat oder PhD), was Akkreditierungsgegenständlich war.

Wir versuchen nun verstärkt mittels Kooperationen alle Wünsche unserer Studierenden (Titelführung in den deutschen Bundesländern, Ausweitung des Angebots auch auf ordentliche Studien) zu erfüllen, was natürlich neue Optionen eröffnet aber viel Zeit und auch finanzielle Mittel erfordert.

WWEDU versucht jedenfalls auch weiterhin ein zeit- und ortsunabhängiges Studium neben Beruf und Familie zu fairen Studiengebühren anbieten zu können.

MFG
Martin Stieger

Markus Jung 9. September 2008 um 11:55

Sehr geehrter Herr Stieger, liebe Diskussionsteilnehmer,

vielen Dank für Ihre sachliche Diskussion und die informativen Beiträge. Ich finde, hier ist nun ein recht “rundes” Bild entstanden.

Können Sie, Herr Stieger, denn vorab schon etwas zu den Gründen für die erneute Ablehnung der Akkreditierung sagen?

Beste Grüße
Markus Jung

Martin Stieger 9. September 2008 um 16:57

Leider wissen wir auch noch nicht viel:

Wir wurden nach Sitzungsende am Freitag Abend (05. 09.) von der ÖAR-Vorsitzenden telefonisch von der Abweisung informiert und uns dabei mitgeteilt, die Versagungsgründe würden schriftlich folgen.

Dieses Procedere kennen wir ja schon: es gibt vorerst ein Protokoll der Sitzung, dieses Protokoll muss von den ÖAR-Mitgliedern im Rundumlauf genehmigt werden, dann erhalten wir als Antragsteller einen Protokollauszug mit den Gründen mitgeteilt.

Wir vermuten, dass es ganz generell die Fernlehre ist, die zur Abweisung geführt hat.

Im ÖAR wird Fernlehrpädagogik und Fernlehrdidaktik als großer Problembereich gesehen und da läßt sich natürlich beliebig in alle Richtungen diskutieren.

Aber wie gesagt, wir erfahren die formalen Ablehnungsgründe in den kommenden Wochen und wenn Sie das wollen, können wir Ihnen diese gerne sofort mitteilen, wenn sie uns vorliegen.

Wir sind wirklich an einer fairen und sachlichen Diskussion interessiert und danken der Fernstudium-Rundschau für diese Möglichkeit.

Herzliche Grüße aus Wels

Martin Stieger

Markus Jung 9. September 2008 um 19:41

Vielen Dank, Herr Stieger, für Ihre Offenheit und das Angebot, auch die weiteren Information offen zu legen. Ich würde dies sehr begrüßen.

Beste Grüße
Markus Jung

Hannes 10. September 2008 um 13:03

Ich habe die Diskussion auf Business-Podium.de mitverfolgt, und einige Gründe zur Ablehnung scheinen hier schon möglich:

1. Es gibt kaum habilitiertes Personal bei der WWEDU. Ich bin mir nicht sicher, ob überhaupt jemand mit Habilitierung bei WWEDU direkt angestellt sind.

2. Forschungsbetrieb fehlt eigentlich komplett. Mit den “Welser Universitären Schriften”, welche vor Kurzem aufgelegt wurden, wird versucht, dies zu initiieren, kann mir aber vorstellen, dass dies für eine Akkreditierung nicht ausreicht.

3. Die Prüfungsfragen für Studierende dienen oft nicht zur ausreichenden Kontrolle des Wissensstandes. Auch hier wären vermutlich Verbesserungen nötig, um einen gewissen Level zu erreichen. Derzeit können viele Fragen ohne eingehendes Studium der Lehrbehelfe ohne Probleme gelöst werden (Wikipedia lässt grüßen).

Da die Akkreditierung schon das zweite Mal abgelehnt wurde, und keine besonderen Verbesserungen (zumindest nachn außen) ersichtlich waren, scheint die Ablehnung doch gerechtfertigt.

Ob Kooperationen ein Ausweg sind, wird sich weisen, obwohl sich natürlich auch hier die Frage stellt, warum diese nicht schon vor Jahren abgeschlossen wurden.

Martin Stieger 10. September 2008 um 15:20

dazu einige Informationen und unsere Sicht der Dinge:

Die WWU ist nicht die WWEDU und wird dieser Unterschied vielleicht von uns zu wenig deutlich gemacht.

ad 1) Die WWU kann erst den Betrieb aufnehmen, wenn sie akkreditiert ist. Das vorgesehene Lehrpersonal kann auch erst dann angestellt und bezahlt werden. Unsere Wissenschaftler wurden natürlich dem ÖAR im Antrag genannt und handelt es sich dabei um n e u n habilitierte ProfessorInnen aus staatlichen Universitären Österreichs, Deutschlands und Finnlands.

Daneben würden 16 promovierte Wissenschafter angestellt sein.

Schon jetzt beschäftigt die WWEDU einen habilitierten Wissenschafter voll.

ad 2) es gibt bereits drei Schriftenreihen der WWEDU und sind im Antrag Forschungsaufträge im siebenstelligen EUR-Bereich aufgelistet. Darunter auch – für eine kleine private Einrichtung eigentlich unglaubliche – EU-Forschungs-Projekte.
Der Drittmittelanteil den die WWU hätte, schlägt im Verhältnis ausnahmslos jede deutsche oder österr. Uni oder FH!

ad 3) die WWU prüft die Studierenden wie jede andere Uni auch und die WWU böte ordentliche Studien in der Bolognagliederung an, die sich von Weiterbildungslehrgängen natürlich auch in der Art der Prüfung unterscheiden.

Bei den Weiterbildungslehrgängen handelt es sich um akademische Programme, die mit hoher Praxisrelevanz für die Wirtschaft ausbilden und da zählt Anwendungsorientierung und Orientierungswissen und weniger das in Grundstudien vermittelte Verfügungswissen, das natürlich auch anders geprüft wird.

4) der neue Antrag (etwa 2.000 Seiten stark) stellt einen völlig neuen und überarbeiteten Antrag gegenüber dem ersten Versuch dar und ist die Anzahl der Abweisungen meiner Meinung nach wirklich kein Qualitätskriterium.

Wir glauben an eine Akkreditierung als Privatuniversität und wie jeder weiß, kosten Kooperationen Geld. Vor allem den Studierenden.

Unsere Vision umfasst auch den Punkt wirklich fairer und leistbarer Studiengebühren und so wollten wir nicht übereilt Kooperationen und schon gar nicht um jeden Preis eingehen.

Jetzt können wir die sorgfältig und seriös geführten Vorverhandlungen guten Gewissens abschließen und damit unseren Studierenden ein umfassendes Angebot machen, das in allen Ländern der Europäischen Union angenommen wird.

Gerne stellen wir alle Neuigkeiten regelmäßig auch in diesem Forum vor.

MfG
MS

Lukas Ortbauer 10. September 2008 um 20:25

Sehr geehrter Herr Stieger!

Ich verfolge die Diskussion hier sehr interessiert. Könnte Sie vielleicht etwas näher ausführen, um welches EU-Forschungsprojekt es sich hierbei handelt und welchem Rahmen die WWEDU daran beteiltigt ist.

Herzlichen Dank!

Mfg
L.O.

Martin Stieger 23. September 2008 um 09:38

Guten Morgen Herr Ortbauer,

herzlichen Dank für Ihr Interesse.

Wir nehmen – vertreten durch unseren Direktor für Forschung Prof. Dr. Alexander Siedschlag (Center for European Security Studies an der WWEDU) am Programm Citizens´Perceptions of Security and Interventions (CPSI) mit dem Arbeitspaket Cultural Analysis und Dissemination teil. Es handelt sich dabei ein Sechs-Länder-Konsortium im Rahmen des 1. Call “Security Research” im 7. EU-Forschungsrahmenprogramm.

MfG
MS

Monopolist 24. September 2008 um 11:33

An alle wwedu Interessenten!
heute morgen 24.09.08 ein neuer Beitrag
von der Rundschau at:
www.rundschau.co.at/lokales/artikel/2008/09/24/stadt-hilft-stieger-beim-kampf-um-universitat-
Der Kampf geht weiter – hoffentich mit
Erfolg.
Beste Grüße – euer Monopolist

Michaela Neuner 28. September 2008 um 19:39

Prof. Siedschlag? ist der ned von der Uni in Innsbruck rausgschmissn worden? Weht da der Wind nicht aus dem Westen….?

link: www.uibk.ac.at/ipoint/news/uni_intern/486282.html

Ralph 28. September 2008 um 21:43

Siedschlag: m.E. ist das eine sehr unschöne Geschichte, bei der ich persönlich denke daß man Siedschlag gemobbt hat, als das nicht half hat man ihm kurzerhand die Stiftung unter dem A. weg aufgelöst. Hauptgrund dürfte Siedschlags Auffassung zum Eurofighter gewesen sein, nebst der Nähe einiger Profs zur SP. Jetzt kommt die interkulturelle Kommunikation ins Spiel: Siedschlag gilt dann natürlich als Piefke, weil er keinen bairischen Dialekt spricht, somit Piefke Malus, dazu noch in Berlin geboren…

Michaela Neuner 28. September 2008 um 22:56

…. und damit wird die Bemühung um Akkreditierung der WWU auch nicht leichter, wie i glaub.

Martin Stieger 7. Oktober 2008 um 14:35

Der ÖAR (Österr. Akkreditierungsrat) hat uns heute (08. 10. 2008) den unseren Antrag betreffenden Protokollauszug der Sitzung vom 05. 09. 2008, welcher mit Umlaufbeschluss vom 29. 09. 2008 genehmigt wurde, übermittelt.

Der ÖAR führt darin aus, dass „der vorliegende Antrag“ auf Akkreditierung der WWU als Privatuniversität „im Vergleich zum Antrag des vorangegangenen Verfahrens in einigen Punkten eine deutliche Verbesserung erfahren hat“ und damit „die Basiskriterien
1 (akademische Freiheit),
2 (Breite und Vielfalt des Studienangebots),
5 (Personalauswahlverfahren),
7 (Raum- und Sachausstattung),
8 (Finanzierung) und
9 (Entwicklungsplan)

als zumindest soweit als erfüllt angesehen werden, dass daraus kein Akkreditierungshindernis hervorgeht.“

„Nicht ausreichend erfüllt“ sieht der ÖAR den WWU-Antrag in den geplanten neuen Studiengängen „hinsichtlich der Qualität in Lehre und Forschung“ und wünscht sich weitere Verbesserungen im didaktisch-pädagogischen Fernlehrkonzept, das aber „als ausführlicher und aussagekräftiger als im vorangegangenen Antrag“ bezeichnet wird.

Unser Resümee: gelingt es der WWU, das vorhandene und künftige Forschungspotential deutlicher zu machen, die vom ÖAR gesehen Schwächen in der inhaltlichen Konzeption der ordentlichen Studiengänge zu beheben und zusätzliches Lehrpersonal zu verpflichten, könnten die letzten Akkreditierungshemmnisse damit ausgeräumt werden.

Mit freundlichen Grüßen
MS

Die Basiskriterien des ÖAR zur Info im Detail:

• Akademische Freiheit
Die Privatuniversität muss autonom sein und akademische Freiheit gewährleisten. Sie hat durch ihre Verfassung und Organisationsstruktur sicherzustellen, dass die Freiheit im Bereich der Forschung (hinsichtlich der Fragestellungen, Theorien und Methoden sowie der Verbreitung der Forschungsergebnisse und ihrer Bewertung) und die Freiheit der Lehre (hinsichtlich der Vielfalt der inhaltlichen und methodischen Gestaltung der Lehrveranstaltungen sowie des Rechts auf Äußerung von wissenschaftlichen und künstlerischen Lehrmeinungen) gewährleistet ist. (§ 2 Abs.1 Z 5 UniAkkG)

• Breite und Vielfalt
Die Institution (im Sinne von § 2 Abs.1 UniAkkG) sollte innerhalb einer oder mehrerer Disziplinen (gem. §2 Abs.1 Z 2 UniAkkG) über eine Breite und Vielfalt des Studienangebots verfügen, die sich am Verständnis des europäischen Universitätsbegriffs orientieren (§ 2 Abs.1 Z 5 UniAkkG). Als Disziplin kommen traditionelle Bereiche wie z.B. Medizin, Musik, Jura oder Theologie sowie neuartige Fächerkombinationen mit einer vergleichbaren Breite in Betracht.

• Forschung in der Institution
Die Forschung muss in der Institution geleistet werden. Das bedingt das Vorhandensein einer kritischen Masse (siehe Pkt. 4) mit institutionalisierter Wissensproduktion und eine entsprechende Rückkoppelung zur Lehre. (§2 Abs.1 Z5 UniAkkG)

• Personal
Die Institution muss über wissenschaftliches oder künstlerisches Stammpersonal verfügen, das mit Verträgen für eine Dauer von mindestens zwei Jahren in einem Dienstverhältnis mindestens halbtägig verpflichtet ist. Dieses Stammpersonal muss mindestens 50% des gesamten Lehrvolumens jedes Studienganges abdecken und promoviert oder künstlerisch ausgewiesen sein. Zur Sicherung der Verknüpfung von Forschung und Lehre muss dieses Stammpersonal pro Studiengang mindestens drei Personen umfassen, wovon mindestens eine ganztägig beschäftigt sein muss und die Voraussetzungen zu erfüllen hat, die für die Berufung auf eine Professur erforderlich sind. Das heißt, dass diese Person eine entsprechend hohe wissenschaftliche oder künstlerische Qualifikation aufzuweisen hat. (§2 Abs.1 Z3 UniAkkG)

• Personalauswahlverfahren
Das Personalauswahlverfahren für das gesamte wissenschaftliche Personal muss transparent, wettbewerbsorientiert und qualitätsgeleitet sein. (§2 Abs.1 Z3 u.4 UniAkkG)

• Studienplan
Studienpläne (detaillierte Curricula) und Prüfungsordnungen müssen materiellen, fachlichen und formalen Anforderungen nach internationalen Standards genügen. Die Zulassung zum Studium muss mindestens den österreichischen Regelungen der allgemeinen Zulassungsvoraussetzungen entsprechen. (§ 2 Abs. 1 Z 2)

• Raum- und Sachausstattung
Unter Raum- und Sachausstattung wird eine Ausstattung mit adäquaten Studienmitteln nach internationalen Standards verstanden. (§2 Abs.1 Z4 UniAkkG)

• Finanzierung
Die Sicherung der mittelfristigen Finanzierung der Institution muss mittels eines detaillierten Business-Plans nachgewiesen werden. (§2 Abs.1 Z3 und4 UniAkkG).

• Entwicklungsplan
Die Erfüllung der in Z 1 bis 8 formulierten Voraussetzungen ist von der Institution in einem auf drei Jahre angelegten Entwicklungsplan darzutun.

Monopolist 7. Oktober 2008 um 22:53

Ja, aber was soll denn jetzt noch kommen?
Plant die WWEDU erneut ein Akkreditierungs-
versuch oder vorläufig erstmal ein Degree-
Verfahren mit einer Deutschen und einer
finnischen Uni um die Gradführbarkeit auch
im ganzen deutschen Ländle auf rechtlicher
Basis machbar zu machen? – oder Beides? –
Klug wäre es natürlich schon – vorab schon
mal zumindest eine Degreekooperation in
Aussicht zu stellen – oder ??

Martin Stieger 8. Oktober 2008 um 11:23

WWU kann natürlich jederzeit einen neuen Antrag stellen.

Auch eine heute in Österreich sehr gut eingeführte private Med.Uni, die ersten Absolventen wurden heuer promoviert, hat dreimal beantragen müssen.

Leider ist es auch so, dass der ÖAR keine Akkreditierung unter Auflagen erteilen kann, also nicht aussprechen kann, wenn noch diese beiden letzten Punkte erledigt werden, dann …

Wir arbeiten daher einen neuen Antrag aus und werden auch erneut einreichen.

Gleichzeitig arbeiten wir an den angesprochenen Kooperationen mit ausländischen Hochschulen und Universitäten, da die von diesen akkreditierten Institutionen verliehenen akademischen Grade dann in allen Bundesländern Deutschlands untrittig führbar sind und so werden wir diese Studienmöglichkeit auch in Kürze hier posten können.

Eine weitere Bemühung gilt der Änderung der Rechtslage in den einzelnen Bundesländern oder der Auffassung der KMK insgesamt, so wie die Führung des MBA nach einem österr. Lehrgang universitären Charakters in Bayern ja bereits möglich ist.

Es haben sich viele der rund 60 LuC-Anbieter in Österreich zu einem Verband zusammengeschlossen um hier neben der EU auch die österr. Stellen (z.B. BMWF) zu Initiativen zu ermuntern.

MfG
MS

Monopolist 9. Oktober 2008 um 23:18

Sie führten aus:
Eine weitere Bemühung gilt der Änderung der Rechtslage in den einzelnen Bundesländern oder der Auffassung der KMK insgesamt, so wie die Führung des MBA nach einem österr. Lehrgang universitären Charakters in Bayern ja bereits möglich ist.

Ich gebe Ihnen Recht – hier sollten die
autogenen KMK´s einheitlich auftreten und
auch die LUC´s ob aus Österreich o.anderen
Ländern generell anerkennen. Leider sind in
Deutschland nur die Hochschulen zur Gradver-
gabe berechtigt und Seiteneinsteiger – auch
wenn Sie begabt sein sollten – haben damit
kaum eine Chance des akad. Abschlußes.
Also man will bewußt im deutschen Ländle die
2 Klassen Bildungsgesellschaft – das ist Fakt.

Martin Stieger 10. Oktober 2008 um 08:36

Ich kann Ihren Ausführungen nur zustimmen und sehe eine kleine Chance auf diplomatischem Wege.

Da ja alle Lehrgänge universitären Charakters in Österreich mit 31. 12. 2010 auslaufen und davon etwa 60 Anbieter betroffen sind, darunter auch zwei österr. Ministerien, gibt es eine Arbeitsgruppe im Minsterium die an einer neuen Rechtsgrundlage arbeitet um Lehrgänge für Weiterbildung auch nach dem 01. 01. 2011 erlauben zu können.

Da diese, wenn von Nicht-Hochschulen angeboten, in den deutschen Bundesländern wiederum nicht anerkannt werden dürften, gibt es die Überlegung diese auch im Äquivalenzabkommen D – Ö zu erfassen.

Natürlich kann Ö die Rechnung nicht ohne den Wirt, also D machen und wir wissen um die Erfolgsaussichten recht wenig, aber das Problem ist immerhin auch im Ministerium erkannt worden.

MfG
MS

Martin K. 19. August 2009 um 18:48

In der Zwischenzeit wurde die Möglichkeit geschaffen die Lehrgänge bis 31.12.2012 zu verlängern. Das Problem wurde also erkannt und um 2 Jahre vertagt.

Für mich stellen sich daraus zwei Fragen:
- Wie reagiert WWWEDU auf die neue / alte Situation?
- Welche dokumentierte Leistung werde ich erhalten wenn ich (als Deutscher) ein “Seminar” zum “Akademischen xyz” absolviere? (Lernen und persönliche Entwicklung sind immer sinnvoll, … aber für 2.000 EUR könnte ich einige Bücher kaufen.)

Grüße
MK

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