Über das Open-University-Blog von Sonja bin ich auf ein Stöckchen zum Thema Bildung aufmerksam geworden. Zwar geht es eher um die Schulzeit und nicht um das Fernstudium, aber da es eh so wenig Community-Aktivitäten aus dem Bildungsbereich gibt, mache ich trotzdem mal mit. Ursprünglich stammt das Stöckchen wohl von Daniel aus dem Scoyo-Blog. Unter anderem hat die Blog-Größe Robert Basic auch schon mitgemacht.
Was war deine schlechteste Zeugnisnote?
Ja, ein paar Fünfer hat es doch schon gegeben. Mit der französischen Sprache hatte ich es nicht so sehr.
Welche Kompetenzen sollte Schule unbedingt vermitteln?
Vor allem die Kompetenz, sich selbst Wissen anzueignen und Informationen auch kritisch zu hinterfragen. Gerade in Zeiten von Internet, Google und Wikipedia.
Welche Diskussion rund um das Thema Bildung fandest du in letzter Zeit spannend?
Interessant finde ich die Einführung der neuen Bachelor- und Master-Studiengänge. Erschreckend finde ich die “Industrialisierung” insbesondere der schulischen Bildung, schon angefangen in der Grundschule oder sogar im Kindergarten. Selbst für Säuglinge gibt es schon Anleitungen zum Wissenserwerb. Und am besten fängt die Mutter ja schon während der Schwangerschaft an, den Kindern mindestens eine Fremdsprache und grundlegende Mathe-Regeln beizubringen ![]()
Was hat dich früher motiviert, jeden Tag in die Schule zu gehen?
Der Kontakt zu einzelnen Mitschülern. Der Unterhaltungswert mancher Lehrer. Und doch, einige Inhalte fand ich auch ganz interessant. Auf die Informatik-Stunden zum Beispiel habe ich mich gefreut.
Wissen bedeutet…
… die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben.
Was macht für dich einen guten Lehrer aus?
Er muss auf die Gruppe eingehen, die vor ihm sitzt und es schaffen, diese von den Inhalten zu begeistern. Das muss nicht immer der super Lernmedien-Mix sein etc. Im Studium gab es einen Mathe-Prof. (Professor Rießinger), der nur mit Kreide an der Tafel gearbeitet hat – und dass teilweise so, dass er in einer Kreidewolke stand… Vor jedem Seminar wurde der Kreidevorrat daher reichlich aufgefüllt. Aber dieser Mann hat es geschafft, die Mathematik anschaulich und zum Teil sogar unterhaltsam zu vermitteln.
Was macht für dich einen schlechten Lehrer aus?
Das Gegenteil von dem gerade geschilderten Typ. Also ein Lehrer, der Steif sein Programm abspult und für den es eigentlich egal ist, ob überhaupt jemand mit im Klassenraum ist oder nicht…
Was ist deine liebste Figur aus Comic-, Trick-, Serien-, Literatur- oder Märchenwelt und warum?
Bei dieser Frage muss ich zumindest aus aktueller Sicht passen. Figuren wie der Erfinder Dr. Snuggles oder Daniel Düsentrieb haben mir als Kind imponiert.
Wenn du Kultusminister wärst – was würdest du sofort ändern?
Die Hauptschulen abschaffen, da diese keine Basis für ein erfolgreiches Leben mehr herstellen können. Damit ist das dahinterstehende Problem natürlich nicht gelöst. Dieses liegt meiner Meinung nach in einem Konzept in Richtung Gesamtschule, dass es dann aber auch schaffen muss, “Randgruppen” zu motivieren und diesen eine Perspektive zu geben.
Was ist dein Schlusswort zu diesem Bildungsstöckchen?
Ein zum Teil gar nicht so triviales Stöckchen, dass zum Teil durchaus zum Nachdenken anregt – bitte mehr davon!
Weitergeworfen wird es nicht – jeder Leser darf sich gerne selbst bedienen. Wenn vorhanden im eigenen Blog, sonst auch gerne direkt hier in den Kommentaren. Dazu hier nochmal alle Fragen:
- Was war deine schlechteste Zeugnisnote?
- Welche Kompetenzen sollte Schule unbedingt vermitteln?
- Welche Diskussion rund um das Thema Bildung fandest du in letzter Zeit spannend?
- Was hat dich früher motiviert, jeden Tag in die Schule zu gehen?
- Wissen bedeutet…
- Was macht für dich einen guten Lehrer aus?
- Was macht für dich einen schlechten Lehrer aus?
- Was ist deine liebste Figur aus Comic-, Trick-, Serien-, Literatur- oder Märchenwelt und warum?
- Wenn du Kultusminister wärst – was würdest du sofort ändern?
- Was ist dein Schlusswort zu diesem Bildungsstöckchen?
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Hallo Markus,
das sind ja interessante Antworten. Ich denke übrigens nicht, dass man Hauptschulen abschaffen sollte – aber man sollte sich angesichts der veränderten wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Bedingungen in unserem Land überlegen, wie man Hauptschule wieder gesellschaftsfähig machen kann. Wenn immer alles abgeschafft wird, was gerade nicht funktioniert, dann hat man ja das Problem – wie du selber sagst – nicht gelöst. Außerdem finde ich persönlich, dass eine Gesamtschule das Problem der Gruppierung in schlecht – mittel – extraklasse nur solange löst, bis man am Ende mit dem Abschlusszeugnis dasteht und keinen Ausbildungsplatz findet.
Hallo Sonja, tja, ganz schwieriges Thema. Die Patentlösung habe ich da ja auch nicht. Zumindest ist das Konzept in der vorhandenen Form meiner Meinung nach gescheitert. Was macht man mit Menschen, die kein Interesse an Bildung haben, weil sie eh keine Perspektive sehen. Zunächst müsste man vermutlich diese Perspektive wieder schaffen… Und auch in der Gesellschaft etwas ändern, zum Beispiel was die Anerkennung “einfacher” Arbeiten angeht. Wenn ich zum Beispiel an Autobahn-Baustellen denke, auf dehnen bevorzugt nachts und am Wochenende harte und gefährliche Arbeit geleistet wird, so hat das meiner Meinung nach Hochachtung und eine gute Bezahlung verdient. Nun gut, lassen wir es für heute. Bin gespannt, was andere Leser zu dem Thema zu sagen haben.
Bei so einer Aufforderung bleibt mir nicht viel anderes übrig als selbst mit zu machen
Mein Stöckchen findet man in meinem Blog.
Hallo ihr zwei, grundsätzlich auch der Meinung, dass das Bildungssystem vom Grund auf reformiert gehört und ich denke, dass Gesamtschulen in der heutigen Form sich nicht dazu eignen, schon allein deshalb nicht, weil sie aus dem ‘alten’ Bildungssystem stammen. Es gibt die Idee, dass alle Kinder bis zur 8. Klasse auf eine Schule gehen und dann im 8. Schuljahr ein einjähriges Praktikum in Betrieben machen. Dies soll den Heranwachsenden helfen sich im Berufsleben zu orientieren und Erfahrungen zu sammeln, um sich für ihr weiteres Ziel zu entscheiden – Schule oder Lehre. Ich finde diese Idee eigentlich sehr interessant.
) von Migranten nötig wären.
Wobei hierfür z.B. eine bessere Integration (welch Modewort
@Inés: Ja, das Konzept hat was. Ich stelle es mir allerdings schwer vor, dafür zu sorgen, dass sich einerseits niemand langweilt, andererseits aber auch kein Schüler überfordert wird. Aber zum Beispiel an den Waldorfschulen scheint das ja auch zu klappen.
Zum Thema Integration nur ganz kurz: Die, die sich integrieren wollen, tun das meiner Meinung nach recht erfolgreich. Und bei denen, die das nicht wollen, sondern im Grunde ganz bewusst hier ihre Vorstellungen von Kultur etc. ausleben möchten helfen vermutlich auch die besten Integrationsangebote oder gar -pflichten und -tests nichts.
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