Im Heft “test Spezial – Sprachen lernen” der Stiftung Warentest werden verschiedene Möglichkeiten Englisch oder Spanisch zu lernen vorgestellt und getestet. Unter anderem wurden auch Sprach-Fernkurse untersucht.
Das Fazit der Tester: Schlechte Betreuung, veraltete Lehrmaterialien, kaum Chancen zum Sprechen – den Testern hat das Lernen wenig Spaß gemacht.
Der Testzeitraum erstreckte sich über die ersten beiden Monate der Fernkurse von AKAD, Fernakademie für Erwachsenenbildung, Hamburger Akademie für Fernstudien, ILS Institut für Lernsysteme, SGD Studiengemeinschaft Darmstadt und Zickerts Akademie für Sprachfernkurse (für Spanisch auch noch die Euro-FH Europäische Fernhochschule Hamburg).
Auf das Abschneiden der einzelnen Institute und Hochschulen möchte ich hier nicht näher eingehen – richtig gut hat kein Angebot abgeschnitten. Insbesondere die fachliche Qualität wurde allenfalls mit “mittel” beurteilt.
Die Liste der Krtikpunkte ist lang:
- veraltete Bücher und Hefte
- veraltete Lernmethoden (Wort-für-Wort-Übersetzungen statt Anwendung der Sprache etc.)
- veraltete Medien (zum Teil werden noch Kassetten statt CDs eingesetzt)
- kein fester Ansprechpartner
- keine ständige Erreichbarkeit des Lehrers
- kaum Möglichkeiten zum Sprechen
- lange Wartezeiten auf Antworten
Insgesamt wurde durch die Stiftung Warentest eingeräumt, dass die Fernkurse zum Teil geeignet sind, um Hör-, Lese- und Schreibkompetenz zu erwerben. Bemängelt wurde aber vor allem, dass man den aktiven mündlichen Einsatz (Sprechkompetenz) der Sprache nicht erlernt.
Das ILS hat sich zu einem Interview über die Testergebnisse bereit erklärt – dieses werde ich in Kürze hier veröffentlichen. Außerdem werde ich die einzelnen Sprach-Fernkurse der Institute und Hochschulen noch näher vorstellen.
Wer sich für die genauen Ergebnisse interessiert, kann sich hier im Internet weitere Infos ansehen und das Heft dort oder am Kiosk für 7,50 Euro erwerben.
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Ich glaube, dass ich vor etlichen Monaten ein ähnliches Gespräch mit einem Vertreter eines der o.g. Ferninstitute auf Fernstudium-infos.de geführt hatte. Damals war die Meinung des Herren, dass mein Standpunkt, man könne über eine Sprache über Fernkurse nur eingeschränkt erlernen, falsch sei. Ich finde es interessant, dass die Stiftung Warentest doch mittlerweile zum gleichen Ergebnis kommt, wie ich.
Damit möchte ich Fernkurse für Sprachen an für sich nicht in Frage stellen – habe damit auch gute Erfahrungen gemacht. Man muss sich halt über die Einschränkungen bewusst sein.
Es ist sicher eine Frage, was man mit Sprach-Fernkursen erreichen möchte. Zum Wiederauffrischen einer früher gut gelernten Sprache sind sie bestimmt gut geeignet – oder als zusätzliche Ergänzung zu Präsenzsprachkursen.
Neben der wichtigen Sprechkompetenz, die bei Fernkursen einfach zu kurz kommt oder sogar ganz fehlt, können sich bei Präsenzkursen erst gar keine Fehler festigen, weil sie sofort korrigiert und erläutert werden.
Da kann ich Heinz nur zustimmen. Bevor man einen solchen Sprach-Fernkurs eingeht, sollte man sich Gedanken darüber machen, wofür man diesen Sprachkurs macht. Wenn dies lediglich für den normalen Gebrauch ist, reicht so etwas bestimmt aus, wenn der Kurs allerdings schon einen beruflichen Hintergrund hat, dann kann ich mir auch schlecht vorstellen, dass da bestimmte Kenntnisse mit übermittelt werden. Dem Test von Stiftung Warentest kann ich daher wirklich zustimmen.
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