Die Stiftung Warentest hat in einem Sonderheft zum Thema Sprachen lernen auch Sprach-Fernkurse für Englisch und Spanisch getestet (wie berichtet). Auch die Sprachfernkurse des Instituts für Lernsysteme (ILS) und der Klett Fernakademie für Erwachsenenbildung (FEB) waren Gegenstand der Tests. Von ILS/FEB liegt Fernstudium-Infos.de nun eine Stellungnahme zu den Tests vor.
Aus Anlass der Testergebnisse hat Fernstudium-Infos.de ein ausführliches Interview mit Karen Heinrich M.A., der Leiterin des Allgemeinbildenden Lehrinstitutes von ILS und FEB, geführt, das in Kürze in der Rundschau veröffentlicht wird. Vorangestellt hat Frau Heinrich aber eine Stellungnahme zu den Tests, die nun zunächst veröffentlicht wird, bevor es dann um die Details der Fernlehrangebote geht.
“Von Beginn an haben wir uns über das Vorgehen der doch als seriös bekannten Stiftung gewundert: Von einer “Prüfung” kann kaum die Rede sein, wenn ein Kurs von einem einzigen Testlerner für kurze Zeit belegt wird. Welcher Erkenntniswert kann in diesem Urteil liegen? Es gibt nicht die Methode, die jedem gefällt oder missfällt. Man befragt auch nicht einen einzigen VHS-Kurs-Teilnehmer, um ein Qualitätsurteil über VHS-Kurse abzugeben. Ein solches Testergebnis ist völlig beliebig, ohne Aussagewert gerade im Bereich des Lernens, der von so vielen individuellen Faktoren geprägt wird. Selbst bei Hautcremetests werden zumindest mehrere Probanden befragt, warum dann ausgerechnet in diesem komplexen und komplizierten Bereich nur ein Tester, dessen Hintergründe völlig unklar sind, dessen Vorerwartungen völlig unklar sind, dessen Qualifikation völlig unklar ist? Diese und andere Faktoren müssten offen gelegt werden, denn es handelt sich bei der Beurteilung eines komplexen Kurses um mehr als die Beurteilung einer Hautcreme. Da die Stiftung dies weiß, aus Geld- und Zeitgründen dennoch einen solch unseriösen und unverantwortlichen Test durchführt, lässt sich vermuten, dass sie ohnehin nur die bekannten Vorurteile bestätigt wissen wollte, an wirklichen Ergebnissen nicht interessiert ist und meint, ihre Leser nach BILDZEITUNGs – Sensationsmanier (“Alleingelassen!”) gewinnen zu können. Sie ist am Verkauf ihres Magazins interessiert, und als Abonnentin fällt mir diese Haltung der Redaktion seit geraumer Zeit übel auf. Vernichtende Urteile, so weiß auch diese Redaktion, werden in vielen anderen Publikationen zitiert – eine wichtige Voraussetzung für Verkaufszahlen. Die Mechanismen sind bekannt, verärgern uns dennoch.”
Mehr rund um die Fernkurs-Tests der Stiftung Warentest im Sonderthema “Sprachen lernen per Fernunterricht” auf Fernstudium-Infos.de.
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Enttäuschender Umgang mit Kritik! Keine objektive Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, sondern zurückschießen, weil man es nicht besser weiß.
@Sonja: Wie oben geschrieben, handelt es sich hier zunächst um die Stellungnahme zum Testverfahren der Stiftung Warentest.
Um die Details der Fernlehrangebote ganz konkret im Bezug auf die Kritikpunkte der Stiftung bezogen geht es dann in dem Interview, das spätestens am Mittwoch erscheinen wird.
Trotzdem enttäuschend. Ich hätte mehr Objektivität erwartet, auch wenn es Kritik am Testverfahren von Stiftung Warentest gibt. Abgesehen davon ist ein Verträglichkeitstest einer Hautcreme auch was vollkommen anderes als der Test eines Kurses. Hier will man vor allem zwischen den einzelnen Kursen vergleichen, während eine Creme hauptsächlich auf ihre ihr innewohnenden Eigenschaften hin untersucht wird.
So furchtbar gelungen scheint mir die Antwort auch nicht. Wenn ich mich richtig an den Test erinnere, wurden dort objektive und nachvollziehbare Kritikpunkte genannt (schlechte Erreichbarkeit der Betreuer, veraltete Medien d.h. Kasetten etc.). Das hat wenig mit der Zahl der Teser oder deren qualifkation zu tun, da könnte man dran arbeiten und das auch ehrlich sagen.
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