Kursteilnehmer vorgestellt: Gemeinsam gesungen, gemeinsam studiert

30. Juli 2008

Das Bistum Trier stellt in einer Pressemitteilung Katharina Weinzheimer und Bettina Kriegel vor, die „Theologie im Fernkurs“ studieren.

Nach einer Chorprobe haben sie entdeckt, dass sie mehr als Singen verbindet: Bettina Kriegel und Katharina Weinzheimer haben beide „Theologie im Fernkurs“ studiert. Kriegel, Jahrgang 1960, hat das Studium vor drei Jahren begonnen: „Ich hatte immer schon den Wunsch, aber wohin es gehen sollte, wusste ich nicht.“ Durch den Katholischen Deutschen Frauenbund, dessen Schatzmeisterin sie ist, habe sie von der Studienmöglichkeit erfahren. Die Mutter zweier erwachsener Söhne arbeitet beim Caritasverband als Einsatzleiterin für den Mobilen Sozialen Dienst. Hier liegt ein Grund für ihre Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben. „Mein Team und ich kommen mit alten und kranken und behinderten Menschen, mit Armut und Einsamkeit sowie dem Tod in Berührung. Das bewegt natürlich. Hier bedarf es vieler Gespräche, es gilt auf allen Seiten abzufangen. Natürlich begrüßt die Geschäftsstelle mein Studium, und dass ich mich mit Themen zu Glaubensfragen und dem Leitbild auseinandersetze“. 2005 hat Kriegel eine einjährige Weiterbildung in der Altenpastoral absolviert um im Umgang mit Demenzkranken auf spezielle Lebensfragen antworten zu können. „Da ist eine Lücke, die gesehen wurde – wer nimmt sich den Glaubens- und Lebensfragen im Alter an, wenn die Häuslichkeit nicht mehr verlassen werden kann, oder nicht mehr die eigene ist?“

Glaubensfragen haben auch die 40-jährigen Katharina Weinzheimer 2006 zum Studium gebracht. „Bei der Kommunionvorbereitung meines Sohnes hat mich die Gemeindereferentin geradezu herausgefordert, darüber nachzudenken, was ich meinen Kindern weitergeben will. Woran glaube ich? Wer ist Jesus?“ Daraufhin habe sie das Gespräch mit einer Beratungsstelle in Trier gesucht, „ich wollte mich nach Einsatzmöglichkeiten innerhalb der Kirche umsehen.“ Bei den Informationen, die sie dort erhalten hat, sei auch ein Flyer über das Studium gewesen. „Wow, das ist es, dachte ich“, erinnert sie sich. Das Studium sei eine Art „Befreiung von den religiösen Kinderschuhen“, erklärt die dreifache Mutter und Kinderkrankenschwester, die gerne liest und wandert. Sie könne sich gut vorstellen, nach Abschluss des Studiums in der Seelsorge, etwa im Krankenhaus oder Hospiz zu arbeiten.

Mittlerweile absolvieren Kreigel und Weinzheimer den Aufbaukurs und sind im selben regionalen Begleitzirkel, der sich einmal monatlich in Urmitz trifft. „Die Gemeinschaft stützt, das ist schön,“ sagt Kriegel. Die Lehrbriefe, die zuhause erarbeitet werden, sind durchaus zeitintensiv: acht bis zehn Wochenstunden verbringen beide Frauen durchschnittlich mit dem Studium. „Es hängt ja ein bißchen vom Ziel ab“, erläutert Weinzheimer. „Wer das Studium zur persönlichen Bereicherung macht, kann sich etwas mehr Zeit lassen, das ist der Vorteil an dieser individuellen Sache.“ Doch das Ende des Aufbaustudiums ist schon in Sicht: Ende 2009 wollen sie zeitgleich mit den 8 Mitgliedern ihres Regionalzirkels fertig sein.

Für Bettina Kriegel sind die Lehrbriefe zu Sinn- und Glaubensfragen am wichtigsten, das war auch Thema ihrer Abschlussarbeit im Grundkurs. „Eins greift ins andere“, schildert sie den Aufbau der Lehrbriefe. Weinzheimer ergänzt: „Manche sind sehr theoretisch, andere eher praxisnah.“ Daher sei auch inhaltlich die Begleitung durch Fachleute wichtig. Katharina Weinzheimer fand die Lehrbriefe zu Bibelexegese, theologischer Ethik und der Geschichte Israel am interessantesten. „Seit ich studiere, traue ich mich, Fragen des Lebens in Gesprächsrunden anzusprechen. Indem ich freier über diese Themen spreche, motivere ich auch andere“, stellt sie fest. Religion sei manchmal ein Tabu-Thema, doch sie habe an Sicherheit gewonnen und setze sich mittlerweile mit tradierten Dingen auseinander oder spreche Probleme und Unwahrheiten an.

Die Studentinnen werden von ihren Familien unterstützt. „Meine Kinder sind stolz und mein Mann tut alles, damit ich Zeit zum Lernen finde – er kann inzwischen perfekt bügeln,“ lächelt Kriegel, die in ihrer knappen Freizeit immer noch im Chor singt und gerne spazieren geht. „Und ich bin froh, dass ich mich in meiner Lebensmitte neuen Zielen und Orientierungen widmen kann.“ Das bestätigt auch Weinzheimer: „Meine Kinder finden es total spannend, wenn Mama lernt und paukt wie sie. Und die Familie und mein Freundeskreis finden es auch gut, wie diszipliniert ich das durchziehe.“ Einen Wermutstropfen gibt es aber doch. „Man hat mir am Anfang sehr offen gesagt, dass ich wohl zu keinem „Ergebnis“ mehr kommen werde,“ merkt Kriegel an. Gemeint gewesen sei damit ihr Alter, etwa im Bezug darauf, dass die Altergrenze, um Gemeindereferentin zu werden, bereits überschritten ist. Doch letztlich ist das nicht ausschlaggebend. „Mein Familienleben hat sich positiv verändert, mein kirchliches Leben hat sich intensiviert“, hält Kriegel fest. „Ich bin im Pfarrgemeinderat und Kommunionhelferin; es macht mir einfach Freude, aktiv mitzuarbeiten.“ Weinzeheimer sieht das genau so: „Ich bin im Familienliturgiekreis und kann mit meinem Hintergrundwissen viel kreativer sein und bekomme dadurch auch positive Resonanz.“

„Theologie im Fernkurs“ ist eine Einführung in den christlichen Glauben. Der Kurs ist ein Angebot des Bischöflichen Generalvikariates Trier und der Katholischen Akademie Domschule in Würzburg und reflektiert theologische Aussagen und religiöse Praxis. Studiert wird von zu Hause aus mit Hilfe von Lehrbriefen, dazu kommen Studienwochenenden in Trier und Würzburg sowie der regionale Begleitzirkel. Das Studium kann ohne Abitur begonnen werden, ein mittlerer Bildungsabschluss ist empfehlenswert.

Quelle: Presse-Mitteilung

Mehr Infos zum Kurs:
http://www.fernkurs-wuerzburg.de/

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