Ende November fand das erste Laborpraktikum der Privaten FernFachhochschule (PFFH) Darmstadt in den USA statt. Es handelt sich dabei um ein fakultatives Angebot als Ergänzung zum Studium. Einer der Teilnehmer war Markus Bernsdorff (29). Fernstudium-Infos.de hat mit ihm über seine Eindrücke gesprochen.
Herr Bernsdorff belegt seit Sommer 2005 den Studiengang Elektrotechnik in der Fachrichtung Automation und steht kurz vor dem Abschluss des Grundstudiums.
In welcher Form wurden Sie von der PFFH über den Auslandsaufenthalt informiert?
Die Einladung für das Auslandspraktikum kam auf dem Postweg. Darunter alle wichtigen Details zum Aufenthalt und dem grobem Ablauf der drei Wochen.
Was war besonders positiv?
Neben den vielen neuen Eindrücken des Gastlandes war ich besonders von dem professionellen und hochwertigen akademischem Programm der CSUS beeindruckt. In diesen drei Wochen haben wir ein auf uns zugeschnittenes Programm mit erstklassigen Professoren erhalten. Der Veranstaltungsschwerpunkt wurde sorgfältig zwischen dem Fach “Mechatronics” und dem sehr lehrreichen und stark an Bedeutung gewinnenden Fach “Intercultural Communications” gewählt. Es wurden also keineswegs nur technische Fähigkeiten trainiert. Diese Aufteilung fügte sich nahtlos in das Konzept der PFFH ein und ergänzte dieses um eine internationale Dimension.
Was war weniger gut? – Wo gab es Probleme?
Für alles gibt es ein erstes Mal, so auch für das Praktikum an der CSUS. Trotz sorgfältigster Vorbereitung der PFFH und der Partnerschule in Sacramento mussten die ersten Schritte erst einmal gegangen werden. Die kalifornische Hochschule war also auf den Leistungsstand der deutschen Studierenden gespannt und wir auf den Vorlesungsstil der Amerikaner. In den Vorlesungen wurde je nach Wissensstand der Gruppe spontan auf Einzelheiten eingegangen oder Stoff auch nur kurz wiederholt. Praktische Erfahrungen beim Beantragen des Visums und dem täglichen Leben vor Ort werden den nächsten Praktikanten wertvolle Hilfestellungen sein. Diesen Vorteil hatten wir nicht.
Wie ist die Gruppe mit dem Englisch-Niveau zurecht gekommen?
In der letzten Woche haben wir einen English “Exit Test” geschrieben. Es handelte sich dabei um 100 Multiple-Choice Fragen, die die Gruppe gut gemeistert hat. Die Vorlesungen wurden überwiegend in englischer Sprache gehalten. Sollte es doch einmal zu schnell gegangen sein haben die Professoren jederzeit Fragen beantwortet und Erklärungen wiederholt. Trotzdem ist eine gute Vorbereitung – zum Beispiel durch das Bearbeiten der Englisch-Studienhefte der PFFH – ein Vorteil und erleichtert das Verständnisvermögen deutlich. Klar, dass die Studierenden sich auch gegenseitig unter die Arme gegriffen haben.
Wurden Ihnen Credit Points für den Auslandsaufenthalt angerechnet?
Eine Auflistung der angerechneten Credit Points habe ich noch nicht erhalten. Credit Points sind in meinem Diplomstudiengang auch nicht so entscheidend. Ich habe nicht danach gefragt.
Was für Inhalte wurden in den Präsenzen behandelt? – Entfallen dadurch Studienhefte und ggf. Prüfungen?
Aufgrund des reichen Stoffangebotes wurden bei inhaltlichen Übereinstimmungen sowohl Einsendeaufgaben (sog. B-Aufgaben) als auch Klausuren anerkannt. Es handelt sich dabei unter anderem um technische Ingenieursfächer wie Elektronik und Messtechnik aber auch das Fach Englisch wurde vollständig anerkannt. In den beiden anderen Studienrichtungen Informatik und Mechatronik wurden andere inhaltlich entsprechende Fächer anerkannt.
Wie verlief die Betreuung vor Ort?
Ein mehrköpfiges Betreuerteam hat sich den ganzen Aufenthalt um uns gekümmert. Alle waren sehr freundlich und haben die Gruppe herzlich Willkommen geheißen. Die Betreuung beschränkte sich dabei nicht auf den Campus, sondern beinhaltete bei uns auch den Transport vom Flughafen und die Unterkunft.
Wie waren Sie untergebracht? Wie verlief die Verpflegung?
Die Unterkunft war spitze. Wir waren zu jeweils zwei Personen in einem neuen Appartement untergebracht. Neben der Bettwäsche waren auch die wichtigsten Küchen- und Badutensilien besorgt. Außerdem standen Waschmaschine und Trockner zur Verfügung. Zur Mittagszeit konnten wir in der “Union” (Studentengewerkschaft) auf dem Campus in verschiedenen (Fastfood-)Restaurants essen. Das Abendessen wurde von den Studierenden überwiegend außerhalb der Wohnung in einer netten Sportsbar, einer Pizzeria oder beim deutschen Stammtisch in der Kneipe um die Ecke eingenommen. Zum Frühstück gab es meist nur einen Kaffee auf dem Weg zur Uni.
Welche Freizeitangebote gab es?
Neben einem Besuch im Capitol in Sacramento hatten wir einen Tagesausflug ins weltbekannte kalifornische Weinanbaugebiet “Napa Valley” unternommen. Während der Fahrt konnten wir uns mit einer Gruppe chinesischer Studenten austauschen. Die Fahrt wurde so zum interkulturellen Austausch ganz praktischer Art.
- Was war in den Kosten von 2.500 USD enthalten?
In den angegeben Kosten waren Seminare und Unterkunft enthalten. Flug und Verpflegung gingen extra.
Halten Sie die Kosten für angemessen?
Die Kosten waren aus meiner Sicht sehr moderat und angemessen. Eine höhere Gebühr wäre sicher auch noch gerechtfertigt.
Laut PFFH wurden Sie “mit der amerikanischen Kultur konfrontiert, die sich von den Gepflogenheiten in Deutschland unterscheidet”. Woran haben Sie diese Unterschiede konkret bemerkt?
Nun, auch wenn uns die amerikanische Kultur vertraut scheint, gibt es einige Unterschiede die wir in diesen drei Wochen deutlich gemerkt haben. Ein kleines Beispiel: Der Professor teilt uns mit, dass wir am Montag einen Test schreiben. Viel mehr hat er uns nicht gesagt, aber wir wollten sehr viel mehr darüber wissen. Der Professor war durch unsere Nachfragen sichtlich verwundert. Die Erklärung dafür wurde in dem Fach “Interkulturelle Kommunikation” gegeben: Die so genannte “Unsicherheitsvermeidung” ist bei der amerikanischen Gesellschaft deutlich geringer ausgeprägt als bei der deutschen. Da denkt sich der Lehrer “Lasst es einfach auf Euch zukommen” und wir denken uns “Ich will alles darüber wissen, damit ich mich vorbereiten kann”. Ähnliche Unterschiede erkennt man bei der sog. “Machtdistanz” und dem “Individualismus”. Diese Unterschiede haben wir alle ganz deutlich beim täglichen Umgang mit den Menschen vor Ort gespürt.
Welchen Nutzen hat Ihnen der Auslandsaufenthalt für das Studium gebracht?
Durch mein Studium qualifiziere ich mich für neue Aufgaben und Verantwortungen. Die Globalisierung verlangt von uns einen immer umfassenderen Blick auf die Welt und deren Abläufe. Auslandserfahrungen wie diese helfen Andere zu verstehen und öffnen den Geist für neue Ideen und Ansichten. Ein unschätzbarer Vorteil in allen Lebenslagen, nicht nur fürs Studium.
Welche Empfehlungen können Sie anderen Studierenden geben, die sich auch für die Teilnahme an einem der nächsten Auslandspraktika interessieren?
Damit es mit dem Englischen leichter klappt vielleicht ein englisches Buch lesen, oder DW-TV schauen. Für den Visumsantrag jemanden fragen, der das schon einmal gemacht hat, dann ist das Verfahren kein Problem. Mindestens einen freien Tag zwischen Ankunft und Seminarbeginn einplanen. Das wichtigste: Fahrt mit! Diese Erfahrungen kann Euch niemand mehr nehmen!
Unabhängig von dem Auslandsseminar: Wie zufrieden sind Sie mit dem Fernstudium an der PFFH Darmstadt? Was gefällt Ihnen? Was ist verbesserungswürdig?
Gerade der Studiengang Elektrotechnik wird erst seit ein paar Jahren angeboten, somit gibt es noch nicht so viele Studenten im Hauptstudium. Also gibt es auch weniger Klausurtermine. Das macht die Zeiteinteilung etwas schwieriger. Die Zahlen scheinen aber stark zu steigen, im Grundstudium gibt es bereits sehr viele Termine für alle Veranstaltungen. Gut für jeden der heute anfängt. Das Hochschulteam ist sehr freundlich und stets hilfsbereit. Vorbildlich! Die Inhalte sind aktuell und die Hefte sind durchweg gut geschrieben. Bei Fragen steht sofort ein Fachtutor (z.B. ein Professor) zur Verfügung. Ich studiere gerne an der PFFH und fühle mich gut aufgehoben.
Wie kommen Sie mit dem Online Campus zurecht?
Das ist ein wunder Punkt. Der Online Campus wird oft bemängelt, wahrscheinlich zu Recht. Für mich persönlich ist es aber kein großes Ärgernis, ich finde alle Informationen die ich benötige auch wenn es gelegentlich ein paar Klicks länger dauert.
Vielen Dank für dieses interessante Interview
Mehr Infos zum Auslandsseminar der PFFH Darmstadt in diesem Artikel und zur PFFH Darmstadt allgemein auf Fernstudium-Infos.de.
Comments on this entry are closed.